Reparieren statt erneuern

04.September 09

Reparieren statt erneuern

Von Sophia Freynschlag, Wiener Zeitung

Bei Autoschäden: Instandsetzen spart oft Zeit und Geld.
Kein Unterschied bei der Qualität.

Wien. Reparieren ist bei vielen Autoschäden schneller und günstiger, als den beschädigten Teil auszutauschen – und spart dazu noch CO2.

Wie eine Studie der Allianz Versicherung ergab, könnte Österreich jährlich durch sogenannte „sanfte“ Instandsetzung 87.000 CO2 sparen. „Die Ersparnis ist so viel, wie wenn Klagenfurt ein Jahr autofrei wäre“, sagte Johann Oswald, Vorstand der Allianz Gruppe, bei der Studienpräsentation.

Bis zu 90 Prozent sparen

Neben der ökologischen Ersparnis macht sich eine „grüne“ Reparatur im Börsel bemerkbar, sagt Arthur Clark, Bundesinnungsmeister der Karosseriebauer. Besonders bei Dellen, Kratzern im Lack und an der Stoßstange zahle sich Reparieren aus: „Dellen durch Drücken ausbessern kostet bis zu zwei Drittel weniger, als den beschädigten Autoteil zu erneuern“, so Clark.

Auch bei kleinen Kratzern im Lack ließen sich durch Spotlackierung bis zu 90 Prozent der Kosten einsparen, wenn nur punktuell statt etwa die ganze Motorhaube lackiert werde. „Im besten Fall dauert das Lackieren nur mehr ein bis zwei Stunden, der Kunde kann gleich wieder mit seinem Auto heimfahren“, sagt Franz Schweiger, Technischer Leiter Kfz der Allianz Gruppe. Bei zu großen Schäden wie 300 Hageleinschlägen am Autodach sei eine Reparatur allerdings wirtschaftlich nicht sinnvoll, sagt Clark.

Das Ergebnis nach einer Reparatur durch „sanfte“ Methoden wie Dellendrücken sind laut Clark von der Qualität her gleichwertig zum Erneuern, wenn ein Fachmann am Werk ist. Fast alle Werkstätten bieten „sanfte“ Reparatur an, sagt Clark: „Wenn es keinen Experten im Betrieb gibt, kann ein mobiler Fachmann angefordert werden.“